Rechnungslegung auf informationseffizienten Kapitalmärkten by Robert Vollmer, Prof. Dr. Hannes Streim

By Robert Vollmer, Prof. Dr. Hannes Streim

Bei auf öffentlichen Märkten gehandelten Unternehmensanteilen ist für die Konzipierung „inf- mativer“ Rechnungslegungsvorschriften Wissen darüber erforderlich, wie öffentlich verfügbare Informationen auf diesen Märkten verarbeitet werden und über diesen Transmissionsmec- nismus in die Marktpreise einfließen. Die Eigenschaft von Kapitalmärkten zur Informationsv- arbeitung wird in der Kapitalmarkttheorie mit dem Konzept der Informationseffizienz analysiert. Auf im halbstrengen Sinne informationseffizienten Kapitalmärkten sind öffentlich verfügbare Rechnungslegungsinformationen für den einzelnen Investor wertlos, da sie unverzüglich in den Wertpapierpreisen reflektiert werden und insoweit nicht zur Erzielung von Überrenditen aus- nutzt werden können. Die Gültigkeit der halbstrengen Informationseffizienzthese conflict zumindest bis in die Neunziger Jahre weitgehend herrschende Meinung. In jüngerer Zeit sind hingegen insbesondere aufgrund empirischer Forschungsergebnisse verstärkt Zweifel an der Gültigkeit der Effizienzthese laut geworden. Vor diesem Hintergrund weist der Verfasser überzeugend nach, dass Rechnungslegung zum Zwecke der Allokationseffizienz auch auf Kapitalmärkten, die durch mittelstrenge Informatio- effizienz gekennzeichnet sind, notwendig ist. Wichtig ist zudem die Einsicht, dass unterschied- che Grade der Informationseffizienz von Kapitalmärkten auch unterschiedliche Implikationen für eine informative Rechnungslegung besitzen. Schließlich zeigt der Verfasser in einer präzisen examine, dass die IFRS-Rechnungslegung noch Verbesserungspotenziale bezüglich des Ak- vierungs- und Passivierungsumfangs sowie der Bewertungskonzeption aufweist.

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37, 39, jeweils m. w. N. Aus Gläubigersicht liegt dabei eine Gefährdung auch dann vor, wenn Gesellschafter persönlich haften, denn es kann nicht prognostiziert werden, ob der Durchgriff in das Privatvermögen der haftenden Gesellschafter die Ansprüche befriedigt oder nicht. Vgl. Streim (1988), S. 13. 90 Vgl. Streim (1988), S. 11. 91 Vgl. Bieker (2006), S. 38. 92 Vgl. Barnea/Haugen/Senbet (1981), S. ; Barnea/Haugen/Senbet (1985), S. ; Jensen/Smith (1985), S. 111; Schmidt/Terberger (1997), S. 416 ff.

112 So nimmt beispielsweise bei Ballwießer (1997), S. 35-51, allein die Darstellung konzernspezifischer Risiken einen 16 Seiten umfassenden Raum ein. 113 So auch Leippe (2002), S. , die einschränkend darauf hinweist, dass das Problem risikoscheuer Investitionspolitik nicht zwangsweise zu Effizienzeinbußen führt und dass u. U. Vermögensverlagerungen einen effizienten Kapitaleinsatz erst ermöglichen können. Zum Letzten vgl. S. 37 f. 26 höhte Risikoprämie fordern oder das zur Verfügung gestellte Kapital rationieren; zum anderen ist aber auch der Extremfall denkbar, dass der Markt insgesamt zum Erliegen kommt.

Wenngleich in der Realität auch die nicht-finanziellen Ziele eine Rolle spielen, lassen sie sich schwerlich operationalisieren und werden häufig auch aus diesem Grunde ausgeblendet. Allerdings lässt sich dieses Problem dadurch umgehen, dass nicht-finanzielle Zielgrößen durch ihr finanzielles Äquivalent abgebildet werden. Vgl. dazu Schmidt/Terberger (1997), S. 46 f. 27 Vgl. Schmidt/Terberger (1997), S. 49. 28 Vgl. Moxter (1964), S. 11; Ballwieser/Schmidt (1981), S. 648 f. 29 Vgl. Schmidt/Terberger (1997), S.

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