Politische Philosophie im Denken Heideggers by Alexander Schwan

By Alexander Schwan

In der heftigen Diskussion über Martin Heideggers Verhältnis zum Nationalsozialismus bedarf es zwischen dem Herunterspielen seines profaschistischen politischen Engagements einerseits und der blanken Verwerfung seiner bedeutenden Philosophie andererseits der angemessenen Differenzierung. Alexander Schwan arbeitet den Unterschied zwischen Heidegger (gleich vieler anderer deutscher Intellektueller) anfänglicher Bejahung des autoritären Führerstaates undseiner späteren Distanz zur totalitären Diktatur und Weltanschauung heraus. Er weist die Begründung für beide Haltungen in Heideggers seinsgeschichtlichem Denken selbst nach. Heideggers Werkanalyse in den dreißiger Jahren und seine spätere Besinnung auf das "Wesen der Technik" werden als wichtigste Grundlagen einer echten,allerdings inhaltlich sehr problematischen Politischen Philosophie systematisch erörtert.

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Die Wendung der Blickrichtung von der in der Lichtung der Unverborgenheit des Seienden stets mit geschehenden Verbcrgung des Seins auf das Wesen des Seins »selbst« hat in die Abgründigkeit des Seins geführt, derzufolge die Verbergung des Seins ais Anwesen gerade das Wesen des Seins und sciner Wahrheit ausmacht. Dann liegt die Ver bergung nicht mehr am Seicnden, sondern im Sein. Wenn sich der Blick nun aus der Abgründigkeit des Seins auf dcn Bereich des Seienden - also auch des menschlichen Daseins, des mitmenschlichen Lebens und der Politik - zurück wendet, so fragt sich, was mit dem Scienden geschieht, das durch ein abgründiges Scin entborgcn wird.

Das Sein ist so zwar in der Absenz, aber um seines Anwesens für die 32 II. Zusammengehörigkeit von Wahrheit, Un-wahrheit und Irre Anwesenheit des Seienden willen. Umgekehrt gewährt sich zwar das Sein dem Seienden als Anwesen, es wendet sich ihm zu, auf daß das Seiende als Anwesendes währe, aber zugleich damit entzieht und verweigert es »sich selbst«. Mit sich sparend zieht sich gleichsam das Sein in sein Wesen zurück, um das Gewährende alles Seienden zu bleiben. Die Anwesenheit des Seienden entspringenlassend, muß es sich frei halten für ein stets neues Entspringenlassen, ohne im Entspringenden unterzugehen.

Sie ist zwar ausständig, aber in dieser Ausständigkeit nichts außerhalb des Anwesens, sondern als Anwesen waltend. Es ereignen sich also im dreidimensionalen, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eröffnenden Zeitigen gegenwendig zugleich die Verbergung der Zukunft in der Gewesenheit und die Verbergung der Gewesenheit aus der Zukunft und zwar so, daß diese Verbergung sich jeweils dem Augenblick der Gegenwart zuschickt und die Gegenwart durchherrscht. Keine von den beiden auseinandergespannten und doch sich durchdringenden Zeitigungsweisen, weder Zukunft noch Gewesenheit, können mithin in das »Einst« eines noch unergründeten Geheimnisses zurückverlegt und als letzter Anhalt einer Flucht aus der Zeit ausgegeben werden, die das Geheimnis der Verbergung und des Ausbleibens des Seins im je und je zeitigenden Geschick der Entbergung und des Anwesens des Seins aufschließen oder gar auflösen würde.

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