Nacktheit und Prüderie: Eine Geschichte des Schamgefühls by Jean-Claude Bologne, Rainer von Savigny, Thorsten Schmidt

By Jean-Claude Bologne, Rainer von Savigny, Thorsten Schmidt

Zum ersten Mal wird in diesem Buch das Phänomen des Schamgefühls unter dem historischen Aspekt untersucht. Jean-Claude Bologne gibt mit seiner examine neue Antworten auf alt bekannte Fragen: Welche Beziehung besteht zwischen körperlicher Scham und Scham der Gefühle? Gibt es eine weibliche und eine männliche Schamhaftigkeit? Warum errötet guy vor Scham? was once ist eigentlich Schamgefühl? Am Beispiel historisch prominenter Persönlichkeiten dokumentiert er die Wandlung des Gefühls der Scham im Lauf der Jahrhunderte und spiegelt somit den Wandel der Gesellschaft und ihrer Wertvorstellungen wider.

Show description

Read Online or Download Nacktheit und Prüderie: Eine Geschichte des Schamgefühls PDF

Similar social sciences books

Das ‘Webersche Moment’: Zur Kontingenz des Politischen

Dr. Kari Palonen ist Professor am division of Political technological know-how der Universität Jyväskylä, Finnland.

The Waltham Book of Human–Animal Interaction. Benefits and Responsibilities of Pet Ownership

Divided into elements, this article brings jointly historic and present literature detailing the advantages linked to puppy possession, and examines interactions with animals and the way proprietors can emphasize the positives linked to possession and reduce any strength negatives. Chapters concentrate on either the mental and social advantages linked to human-animal interactions.

Extra resources for Nacktheit und Prüderie: Eine Geschichte des Schamgefühls

Example text

Erst in der Renaissance, und zwar zunachst in den protestantischen Landern, stof3t man auf Verordnungen, die das Nacktbaden untersagen. Scheinbar ein Paradox zu einer Zeit, als man der Nacktheit in der Kunst Raum gibt und die Anatomie des Menschen so prazise wie nie zuvor darstellt. Das Motiv der uppigen Diana beim Bad entwickelt sich in einer Epoche, in der man den Frauen das Baden im Fluss verbietet. Zwischen beiden Phanornenen besteht jedoch stets ein Zusammenhang, eine Art Gleichgewicht zwischen Freizugigkeit und Schamhaftigkeit.

Er war mit dem Ergebnis so zufrieden, dass er zur besonderen Verbliiffung des arabischen Fiirsten auch noch seine Frau rasieren lief - von eben diesem Bademeister Salim! Im Abendland benutzten Manner und Frauen nackt dieselben Bader. 3o Wenn man auf der Stralle den Ruf harte, mit dem das warme Wasser angekiindigt wurde, dann lief man nur sparlich bekleidet hinuber, Umkleideraume waren nicht immer vorhanden, und seit Theophrast ist bekannt, dass Kleiderdiebe in den Badeeinrichtungen fette Beute machten.

S? 58 Man konnte natiirlich auch in das »Volksbad« gehen, in dem eine Zeltiiberdachung dafiir sorgt, dass kein offentliches Argernis erregt wird. Aber dort ist das Wasser verdreckt, der Grund wird nie gereinigt . Man muss darauf gefasst sein, auf Muschelbanke oder in Scherbenhaufen zu treten. Kein Wunder, dass jeder zweite Bewohner von Paris diese Anstalten meidet! Von der zweiten jahrhunderthalfte an, als man sich aufgrund der gerade entdeckten Hygiene bewusst geworden ist, dass die Abwasser der Stadt in die Seine eingeleitet werden - man pragt sogar ein neues Wort zur Bezeichnung dieser Verschmutzung: Mephitismus -, fangt man an, dem Flusswasser zu misstrauen.

Download PDF sample

Rated 4.49 of 5 – based on 3 votes