Die Archäologie der Zeit: Geschichtsbegriff und by Steffen Damm

By Steffen Damm

Steffen Damm ist Lehrbeauftragter am Institut für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule für Musik "Hanns Eisler".

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Der hier angedeutete Paradigmawechsel von der Rahmenschau zu einem scheinbar entgrenzten Sehen, das die panoramatische Raumstruktur suggeriert, hat seitens des Betrachters eine totale Auslieferung an den nunmehr emanzipierten, "absoluten" Bildraum zur Folge, der, da er absolut ist, kein Jenseits mehr kennt. "Es gibt keine auktoriale Wahrheit 'am Bild vorbei', keinen sprachlichen Ort auf der anderen Seite des Rahmens, von dem her das Bildgeschehen einen verbiirgten Sinn erhielte. "102 Besteht demnach die mit dem Medium des Panoramas einsetzende, dezidiert "biirgerliche" Innovation in einer die Standesgrenzen iiberwindenden "Demokratisierung des Blicks"103, so nimmt zugleich ein in die Zukunft weisender ProzeB der asthetischen Ersatzbebilderung seinen Anfang, an dessen strukturellen Grundbedingungen sich bis heute wenig verandert hat: Die ehemals giiltige, yom ordnenden Verstand vollzogene kategoriale Trennung zwischen Subjekt und Objekt des Sehens wird zugunsten spontaner visueller OrganiHans Blumenberg: Hohlenausgiinge.

41 zeG bildlicher Reproduktion so ungeheuer beschleunigt, daG er mit dem Sprechen Schritt halten konnte"113. Der hier angedeuteten organischen Prioritatsverlagerung korrespondiert auf metaphorischer Ebene eine zunehmend technisch-instrumentelle Auffassung des menschlichen Wahrnehmungsapparates. Immer markanter und fur die asthetische Modeme nachgerade konstitutiv stellt sich die Identiftkation des menschlichen Kopfes und seines Zenttalorganes Auge mit einer geschlossenen Projektionszelle dar. Urn den qualitativen Sprung dieser Neubewertung wahmehmungsgeschichtlich zu verdeutlichen: Noch fur Goethe vollzieht sich iiber das Relais des Auges der Briickenschlag zwischen innerer und aufierer Totalitat, wobei die "leiblichen" Eigenschaften des Sinnesorgans kategorisch von denen des sogenannten "geistigen Auges" unterschieden werden.

127ff. 133 Vgl. Philippe Aries: Geschichte des Todes. 777. 134 Vgl. Bernd Busch: Belichtete Welt. 364. 135 Ebd. 46 lichte Charakter der Bilder hervortritt, desto eher konnen sie auch Zeugnis vom Zustand der Welt geben, deren Produkte sie sind"136. Dariiber hinaus befOrdert der zufaI1ige Charakter einer Photographie die Einsicht in die Verganglichkeit alles Gegenwartigen. Die "Beliebigkeit der fotografischen Aussage weist darauf hin, daB die Realimt letztlich unklassifizierbar ist. Realimt wird in eine Summe von beilaufigen Bruchstiicken zusammengefaBt - eine unaufhorlich verlockende, streng reduzierende Methode, mit der Welt fertig zu werden.

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